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Blaue Wiener (BlW)

Blauer Wiener Blauer Wiener

Geschichte

Allgemein gilt Johann Konstantin Schultz, Beamter der K. u. K. Südbahn in Wien- Hetzendorf, als der Erzüchter des Blauen Wienerkaninchens. Er selbst berichtete (im "Kaninchenzüchter" Leipzig, 1/1895) über seine Absicht: "Um diese Kaninchen herauszuzüchten, verwendete ich Belgische Riesen, Französische Halbwidder und sog. Lothringer Riesenkaninchen, und mein vorgestecktes Ziel war, eine Kaninchenrasse zu schaffen, welche sowohl in Form als auch in Farbe ein gefälliges Äußeres zeigt und dabei auch ein ziemlich bedeutendes Gewicht erreicht."
Im Jahr 1897 wurde die Rasse auf der Hauptversammlung des österreichischen Kaninchenzuchtvereins als "Blaue Riesen" benannt und anerkannt.

In allen europäischen Ländern wurde man rasch auf die neuen Blauen Wiener aufmerksam. Im Jahre 1903 kamen die ersten dieser Tiere nach Deutschland und in die Schweiz. Zwei Jahre danach wurden auf einer Ausstellung in Hamburg 30 Tiere mit einem durchschnittlichen Gewicht von 6 kg gezeigt. Gleichzeitig wurde der 1. Deutsche Spezialklub gegründet.

Es zeigte sich, daß die aparte blaue Farbe nur bei mittelschweren Tieren zu erreichen war. Deshalb gab man den Tieren mit einem Gewicht von immerhin 4,5 bis 5 kg den Vorzug. Die Blauen Wiener werden, wie schon erwähnt, auch in den anderen europäischen Ländern häufig gezüchtet. Allerdings besteht insofern ein Unterschied, als man z. B. in der Schweiz eine deutlich hellere Farbe, in Holland dagegen eine tiefdunkle Decke fordert. In Deutschland verlangt der Standard eine kräftige mittelblaue Farbe.

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Körperform, Bau, Stellung

Form, Stellung:
Gefordert wird die Walzenform, sprich mit einer breiten, fast geraden Brust und gleichbreitem Hinterteil. Typisch für die Walzenform ist das Verhältnis von Länge, Breite und Tiefe des Rumpfes wie 3:1:1.
Dazu gehören ferner ein breiter, kräftiger Nacken ohne sichtbaren Halsansatz, breite Brust und breites Becken, kompakte Schultern, ein breiter Rücken und ein voller, runder Bauch. Auf den breiten, gedrungenen, gut gefüllten und schön gerundeten Rumpf ist besonders bei Zuchttieren Wert zu legen.
Die Blume ist fest und in der Verlängerung der Rückenlinie angesetzt. Sie wird anliegend getragen.
Gewicht:
Der gültige Standard läßt eine Gewichtsdifferenz zwischen 3,25 kg (Mindestgewicht) und 5,25 kg (Höchstgewicht) zu.
Sie ist erheblich und eine Konzession an die noch immer sehr unterschiedlichen Größen und Gewichte des Kaninchens.
Das Idealgewicht der Blauen Wiener liegt bei 4,25 kg. Jedoch wird neuerdings einem Gewicht von 4,5 bis 5 kg des Rammlers mehr Vorrang gewährt.
Kopf:
Der Kopf des Rammlers ist groß, Stirn und Schnauzpartie sind breit. Die Kaumuskeln sind stark entwickelt, die Fellhaut legt sich lose darüber, die Backen sind gut entwickelt. Deshalb erscheint der Kopf fast kugelförmig. Das Nasenbein ist leicht gebogen, "geramst".
Der Kopf der Häsin ist zierlicher. Da Stirn und Schnauze weniger breit, die Kaumuskulatur weniger entwickelt und die Nasenpartie kaum geramst ist, erscheint er rechteckig. An ihren Kopfformen müssen die Geschlechter zu erkennen sein.
Augen:
Das Auge der Blauen Wiener ist klar und grau.
Ohren:
Die Ohren sind fleischig, gut behaart, werden offen getragen und haben einen wulstigen Rand. Als Richtmaße für die Ohrlänge können gelten: 1/4 der Körperlänge oder 12 cm. Die Ohren sind gut angesetzt und stehen straff und V-förmig aufrecht.
Läufe:
Die Läufe sind mittellang, mittelstark, gerade, die Hinterläufe werden parallel zum Körper bewegt. Bei der Häsin sind die Läufe zierlicher
Krallen:
Die Krallen sollen beim Blauen Wiener dunkel sein.

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Fell und Farbe

Die Fellfarbe variiert von Hellblau (Grau) bis nahezu Schwarz (Stahlblau). Heute grenzt der Standard das Wiener-Blau mehr als bisher gegenüber dem Schwarz oder einem zu dunklen Blau bzw. nach Stahlblau hin ab und tendiert zu einem deutlichen, einwandfreien Blau. Mittelblau wird gefordert.
Die geforderte Farbe soll sich über den ganzen Körper gleichmäßig erstrecken. Sie sei auf dem Rücken glänzend; der Glanz soll möglichst tief über die Seiten des Tieres nach unten reichen.

Die Unterfarbe ist der Decke ähnlich, nur matter. Deshalb ist eine bis zum Haarboden durchgehende intensive (nicht schwarze!) Unterfarbe zu fordern. Voraussetzung für eine gute Farbe ist ein dichtwolliges, mittellanges, gut und gleichmäßig begranntes Fell.

Die Lange des Haares betragt durchschnittlich 3 cm! Es hat dann die richtige Beschaffenheit, wenn es, gegen den Strich niedergedruckt, nur langsam in die alte Lage zurücksinkt. Die Grannen werden glatt, weich und elastisch verlangt. Sie seien keinesfalls zu weich; sonst würde das Fell die nötige Festigkeit verlieren

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Blauer Wiener Blauer Wiener Blauer Wiener Blauer Wiener

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Fehler

  • Leichter Fehler :
      - größere Wamme
      - lange, dünne Läufe
      - schmale Kopfpartie
      - Lange Hals
      - dünne, schwachbehaarte Ohren
      - etwas helle Deckfarbe - melierte, reifartige Deckfarbe - dunkle Farbe
      - helle Spürhaare
      - leicht bräunlicher Anflug
      - etwas abweichende Augenfarbe
      - geringe Farbabweichung an Kopf, Ohren, Brust und Läufen
      - leichte Durchsetzung mit weißen Haaren
      - leichter bräunlicher Anflug unter der Decke
      - etwas helle oder durchsetzte Unterfarbe.


  • Schwerer Fehler :
      - zu helle, farblose oder zu dunkle, d.h. nach Schwarz neigende Deckfarbe
      - andere als blaugraue Augenfarbe
      - zweierlei oder farblose (weiße) Krallen
      - starker Rost
      - stark weiß durchsetzte Deckfarbe und Ohrenränder
      - starker brauner Anflug unter der Decke
      - sehr unreine, weiß durchsetzte Unterfarbe.

G. Sch. - 02-2003

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